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Den 80. Geburtstag von Werner Herzog, am 5. September,  würdigt auch Regisseur Thomas von Steinaecker mit seinem Dokumentarfilm überLeben und Werk des Jubilars, der seit 1968 rund siebzig Spiel- und Dokumentarfilme vorgelegt hat.

Es ist eins der großen Kinobilder schlechthin, nicht nur für Werner Herzog, auch für den künstlerischen Entstehungsprozess an sich: Ein großer Flussdampfer wird im peruanischen Dschungel mit purer Manneskraft über einen Bergrücken gezogen. Die Schlüsselszene aus dem 1982er Meisterwerk „Fitzcarraldo“ sagt viel über den Durchhaltewillen des Auteurs Herzog aus, der den Film aller extremen Widrigkeiten zum Trotz abdrehte.

Für sein Porträt des umtriebigen Herzog wählt Thomas von Steinaecker („Richard Strauss und seine Heldinnen“) eine auffallend zahme Form. In klassischer Machart präsentiert er Film- und Presseausschnitte und führt Interviews mit Herzogs Bruder Tilbert, dem Halbruder und Produzenten Lucki Stipetic oder Weggefährten wie Chloé Zhao, Joshua Oppenheimer und Christian Bale. Im Zentrum steht Werner Herzog selbst. Von Steinaecker begleitet ihn an Orte seiner Kindheit und Jugend im oberbayrischen Sachrang oder bei einem Regie-Workshop auf Lanzarote, wo der Nachwuchs Tuchfühlung mit den Drehorten von Herzogs zweitem Kinofilm „Auch Zwerge haben klein angefangen“ aufnimmt.

Es geht in „Radical Dreamer“ weniger um die filmische Handschrift des Auteurs, sondern um das Wesen des Protagonisten selbst. Wie in seinen eigenen Dokumentarfilmen äußert sich Werner Herzog mit markanter Stimme.

„Nach einer wahren Begebenheit“ steht am Anfang des Dokumentarporträts. Thomas von Steinaecker verweist mit dieser im Kontext eigenartigen Anmerkung auf das typische Wesensmerkmal seines Protagonisten, die Realität gern mal flexibel auszulegen, ohne dabei im Kern zu lügen – nicht die schlechteste Eigenschaft für einen Filmschaffenden.

  • Deutschland/USA 2022
  • Regie: Thomas von Steinaecker
  • Dokumentarfilm übe Werner Herzog
  • Spieldauer: 102 Min
  • frei ab 12