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Anthony ist ein 80 Jahre alter Mann, der an fortschreitender Demenz leidet. Doch er will keine Hilfe annehmen und weigert sich, sein Schicksal anzuerkennen. Das Drama „The Father“ schildert schmerzhaft ehrlich und beeindruckend wahrhaftig, was Demenz mit den Opfern und Angehörigen macht. Der besondere Coup des Films ist die gewählte Perspektive, die das Geschehen konsequent aus Sicht des Erkrankten zeigt. Ein beeindruckendes, aufschlussreiches filmisches Erlebnis, in dem vor allem der nachdrücklich aufspielende Anthony Hopkins Akzente setzen kann.

Differenziert und reflektiert präsentiert Zeller die heimtückische, nicht heilbare Krankheit mit all ihren schwerwiegenden Symptomen und Folgen für die Betroffenen. Und er verfügt mit Anthony Hopkins über einen brillanten, begeisternd agierenden Hauptdarsteller, der alle Phasen der Krankheit glaubhaft vermittelt.

Zum Beispiel wenn Anthony wieder einmal überall Intrigen sieht und sicher ist, dass sich seine Tochter gegen ihn verschworen hat („Sie führt etwas im Schilde“). Oder er mit seinen heftigen, unvermittelten Hasstiraden und Stimmungsschwankungen jeden um sich herum vergrault – einschließlich seiner Pflegerinnen. Dann wiederrum werden diese schmerzhaften Momente gebrochen mit Szenen vergänglichen Glücks und großer Fröhlichkeit, die Anthony mit sich im reinen und zufrieden zeigen. Dann tanzt er auch schon mal vor Freude, macht Scherze oder zeigt sich ganz Gentleman-like und charmant. Doch diese fragilen Augenblicke der Sorglosigkeit werden immer seltener. Und letztlich stellt sich Anthony an einer Stelle des Films die Frage aller Fragen, die das Kernproblem der Demenz zusammenfasst: „Wer bin ich eigentlich?“ (Björn Schneider, programmkino.de)

Anthony Hopkins bekam für seine Rolle den Britischen Filmpreis (Bafta) als Bester Hauptdarsteller.

Am 25.04.21 wurde ihm der Oscar als Bester Hauptdarsteller verliehen.

 

  • Großbritannien 2020
  • Regie: Florian Zeller
  • mit Anthony Hopkins, Olivia Colman,
    Imogen Poots, Rufus Sewell
  •  frei ab 6
  • Spieldauer: 98 Min.
geplant