In einem der stärksten Filme der letzten Berlinale variiert Teona Strugar Mitevska die Muster des religionskritischen Kinos aus Osteuropa. „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ nimmt als Ausgangspunkt eine Episode, die sich auf dem Balkan, in Nordmazedonien zugetragen hat, und entwickelt sie zu einem satirischen Film über Religion, Machismo und die Rolle der Frau.
In der kleinen Nation Nordmazedonien findet alljährlich ein traditionelles Ritual statt: Am Fest der Heiligen drei Könige – das dem orthodoxen, julianischen Kalender folgend am 19. Januar stattfindet – wird ein kleines Holzkreuz in ein Gewässer geworfen. Meist junge Männer springen in die eisigen Fluten und versuchen das Kreuz zu finden. Wem es gelingt, der hat ein Jahr lang Glück. Frauen dürfen an diesem Ritual nicht teilnehmen, doch im Jahre 2014 fand das Ereignis statt, das Mitevska zum Ausgangspunkt ihres Films nimmt: Eine Frau sprang ins Wasser, fand das Kreuz und löste mit diesem Stich ins Herz der konservativen Traditionen einen Skandal aus.
Als erster mazedonischer Wettbewerbsbeitrag schaffte es „Gott existiert, ihr Name ist Petrunja“ auf der diesjährigen Berlinale in den Wettbewerb, gewann dort den „Preis der Ökumenischen Jury“ und den „Gilde Filmpreis“. Im April konnte dann Regisseurin Teona Strugar Mitevska den Hauptpreis beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln entgegennehmen. Zuletzt gewann der Film den vom Europäischen Parlament am 27. November vergebenen LUX-Filmpreis.

  • Mazedonien/Frankreich/Belgien/Slownenien/Kroatien 2019
  • Regie: Teona Strugar Mitevska
  • Darsteller: Zorica Nusheva, Labina Mitevska, Stefan Vujisic, Suad
    Begovski, Simeon Moni Damevski, Violeta Sapkovska
  • FSK: 12
  • Spieldauer: 100 Min.
Samstag 25.01. um 18:00 I Sonntag 26.01 um 18:00| Montag 27.01. um 18:00