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Der 60-jährige Junggeselle Issa führt ein ruhiges, einsames Leben als einfacher Fischer im Hafen von Gaza. Heimlich ist er in die Witwe Siham verliebt, die er täglich an ihrem Marktstand beobachtet, wo sie als Schneiderin arbeitet. Sein Liebeswerben verläuft allerdings so versteckt und langsam, dass sich kaum Fortschritt einstellt. Als ihm eines Tages ein ungewöhnlicher Fang ins Netz geht, ist es mit dem ruhigen Leben jedoch vorbei: Eine antike Apollo-Statue mit unübersehbarem erigiertem Penis stürzt den Fischer ins Chaos. Eine solch obszöne Figur ruft die Sittenpolizei des Gaza-Streifens auf den Plan. Issa muss einen Gang zulegen, um sich aus den Fängen der Behörden zu befreien und gleichzeitig endlich sein Liebesleben in den Griff zu bekommen.

In ihrem zweiten Film gelingt es den aus Palästina stammenden Zwillingsbrüdern Arab und Tarzan Nasser mit ihrer einfachen Geschichte die gesellschaftspolitischen Themen zu streifen, die das Leben im von Israel besetzten Gazastreifen prägen: das wirtschaftliche Elend, Bombenangriffe, Angst und Unsicherheit. Doch GAZA MON AMOUR ist kein stilles Drama: in erster Linie ist der Film eine charmante, witzige Komödie über die große Kraft der späten Liebe. Die beiden Hauptdarsteller agieren mit erstaunlicher Strahlkraft: die fabelhafte Hiam Abbas (LEMON TREE) und der knarzige Salim Daw (KISS ME KOSHER). Ein berührender, sympathischer Film, der schon das Festivalpublikum in Venedig und Toronto restlos begeisterte.

  • Palästina/Frankreich/Deutschland/Portugal/Katar 2020
  • Regie: Tarzan Nasser, Arab Nassser
  • mit: Salim Daw, Hiam Abbass, Maisa Abd Elhadi
  • Spieldauer: 88 Min
  • frei ab 12
geplant