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Ein Junge spricht auf dem Schulhof einen größeren Schüler an, haut ihm eine runter und wird in der Folge von dem Älteren so verprügelt, dass ihn seine Mutter Thelma abholen muss. Louis (Hugo Questel), heißt der Junge, der nun eine dicke Schramme auf der Stirn hat, sich aber weder beklagt noch irgendwie darüber äußert, warum er den anderen Jungen so provoziert hat. Mutter und Sohn leben allein in einer kleinen Wohnung. Eines Tages verunglückt Louis schwer mit dem Skateboard. Er kommt auf die Intensivstation und liegt im Koma.

Von einem Moment zum anderen hat sich für Thelma und Louis das Leben komplett geändert. Thelma fährt jeden Tag ins Krankenhaus, doch die Sorge bleibt. Eines Nachts findet die schlaflose Thelma im Kinderzimmer unter Louis‘ Kopfkissen eine Kladde, in der er aufgeschrieben hat, was er alles erledigen möchte, bevor die Welt untergeht: insgesamt zehn Wünsche, die er sich selbst erfüllen möchte – manche albern, manche rührend, so wie der Wunsch, seinen Vater zu treffen. Mit dieser Entdeckung löst sich für Thelma das Rätsel der Ohrfeige, die Louis dem anderen Schüler verpasst hat: Das war die Nr. 1 auf der Liste. Und Thelma nimmt sich vor, diese Liste für ihren Sohn abzuarbeiten. Sie will mit ihren Aktionen ihre eigene Hilflosigkeit und Verzweiflung besiegen, und sie hat etwas, wovon sie Louis erzählen kann. Immer in der Hoffnung, dass er eines Tages darauf reagiert. Denn sie wartet auf ein Zeichen von ihm – vielleicht ein Lächeln?

Diese Grundidee einer Mutter-Sohn-Geschichte ist nicht nur originell, sie sorgt auch für viele Emotionen, vor allem weil es neben der Krankenhausgeschichte eine zweite Ebene gibt, die immer wichtiger wird. Mit Thelmas Aktionen kommen aber auch Tempo und Action in die Handlung, was für eine positive, sogar heitere Stimmung sorgt. Die Szenen im Krankenhaus sind der rote Faden, der die Handlung zusammenhält, während Thelmas Aktionen in den Mittelpunkt rücken. Das alles ist oft witzig und rührend zugleich: Eine Frau überwindet ihre Ängste und wird immer mutiger, um ihrem Kind und letztlich auch sich selbst zu helfen.

  • Frankreich 2023
  • Regie: Lisa Azuelos
  • mit Alexandra Lamy, Muriel Robin, Hugo Questel
  • Spieldauer: 99 Min
  • frei ab 12
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