Mit einer eigenen musikalischen Karriere hat es für die Violinistin Anna (Nina Hoss) nicht gereicht: Im entscheidenden Moment waren die Nerven zu groß, das Spiel misslang, die Chance vertan. Doch inzwischen hat sie sich eine in jederlei Hinsicht funktionierende, bürgerliche Existenz aufgebaut. Ihren Mann Philippe (Simon Abkarian) – der im eigenen kleinen Geschäft Musikinstrumente restauriert – liebt sie über alles, der gemeinsame Sohn Jonas (Serafin Mishiev) ist leidlich wohl geraten, spielt sowohl Eishockey als auch Geige und zeigt kaum Anzeichen der Pubertät. Und auch an der Musikschule, an der Anna unterrichtet ist sie beliebt, besonders beim Cellisten Christian (Jens Albinus), mit dem sie eine Affäre hat.

Wie die Lebenslügen Annas aufbrechen, ihr unfreiwilliger Verzicht auf eine Karriere als Musikerin, vor allem aber die nie eingestandene Hoffnung, dass ihr Sohn nun diese Rolle einnimmt, inszeniert Ina Weisse als intensives Drama, an dessen Ende sie sogar ein Maß an Ambivalenz wagt, wie es im deutschen Kino selten ist.

 

  • Deutschland 2019
  • Regie: Ina Weisse
  • Darsteller: Nina Hoss, Simon Abkarian, Jens Albinus, Sophie Rois, Thomas Thieme, Winnie Böwe, Ilja Monti, Serafin Mishiev
  • FSK: 12
  • Spieldauer: 99 Min.
Freitag 06.03. um 18:00 | Samstag 07.03. um 18:00 | Montag 09.03. um 15:00