Gegen das Vergessen

Im April 1920 wurde Marthe Hoffnung im französischen Metz geboren, in Lothringen, unweit der deutschen Grenze. Was wichtig ist, denn so lernte Marthe perfekt Deutsch zu sprechen, eine Fähigkeit, die für ihren späteren Lebensweg noch von Bedeutung sein sollte. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und der Kriegserklärung Frankreichs an Deutschland, muss die Familie ins Landesinnere ziehen, nach Poitiers, in das was zunächst die Freie Zone, später der Bereich des Vichy-Regime sein wird.

Durch Glück und helfende Hände überlebt Marthe, im Gegensatz zu ihrer Schwester Stéphanie und ihrem Verlobten Jacques. Auch um deren Tode zu rächen, lässt sie sich darauf ein, gegen die Deutschen zu spionieren, schafft es nach vielen Versuchen, die Grenze zum Deutschen Reich zu überqueren und nach Freiburg zu gelangen. In den letzten Monaten des Krieges kommt ihr so tatsächlich eine wichtige Rolle zu: Durch Zufall erfährt sie von Stellungen deutscher Soldaten, die an der letzten Verteidigungslinie des untergehenden Reiches, dem Westwall, auf die alliierten Truppen lauern und kann diese warnen.

Für ihre Leistungen als Spionin bekommt Marthe nach dem Krieg lange keine Anerkennung, erst Mitte der 90er meldet sie sich bei Steven Spielbergs Shoah-Foundation, erzählt von ihren Erlebnissen und beginnt ein zweites Leben als Zeitzeugin. Selbst heute, da sie bald ihren 100. Geburtstag feiern wird, reißt Marthe Cohn unermüdlich um die Welt, hält Vorträge, um die Erinnerung an die Vergangenheit am Leben zu halten.

Prädikant: besonderts wertvoll

  • Deutschland 2019
  • Regie: Nicola Alice Hens
  • Dokumentarfilm
  • FSK 0
  • Spieldauer: 86 Min.
geplant in November