Drei Dinge gelten in Georgien als „Inbegriff der Tradition und der nationalen Identität: die Kirche, der traditionelle mehrstimmige Gesang und der traditionelle Nationaltanz“. Die letztgenannten kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten, also Gesang und Tanz, kommen in Akins drittem Spielfilm, der zugleich sein erster in georgischer Sprache ist, denn auch reichlich vor.

Der georgische Volkstanz steht nicht nur in altehrwürdiger Tradition, sondern ist im Falle der männlichen Tänzer auch gleichermaßen Ausdruck von Maskulinität. Da fällt der von Statur eher filigrane Merab etwas aus dem Rahmen und muss sich daher sogar doppelt anstrengen im National Georgian Ensemble, denn seine Tanzschritte- und Bewegungen muten federleicht an, und dafür eben weniger viril, energisch und kraftvoll. Nicht genug, dass der Tanzlehrer den jungen Eleven mit Kritik überhäuft, tritt prompt auch der unbekümmerte Irakli der Klasse als neues Mitglied bei. Er entwickelt sich zu Merabs stärkstem Konkurrenten und zu seinem größten Begehren.

…am Ende wird ein gereifter Merab seinen Weg machen: als selbständiger Tanzkünstler, mit eigener Interpretation der Tradition, außerhalb des Landes. Wie so viele seiner realen Altersgenossen!

  • Georgien/Schweden 2019
  • Regie: Levan Akin
  • mit Levan Gelbakhiani, Bachi Valishvili, Ana Javakishvili, Giorgi Tsereteli
  • FSK 12
  • Spieldauer: 113 Min.
Fr. 04.09 um 20:30 | Sa. 05.09. um 18:00 | So. 06.09 um 20:30