im Oktober

Book Club - Das Beste kommt noch

Vier Damen älteren Semesters entdecken durch den skandalträchtigen Erfolgsroman „Fifty Shades of Grey“ ihre Lust auf die Liebe und das Leben neu. In den USA wurde „Book Club“ bereits zu einem Achtungserfolg und angesichts der charmant-zeitlosen Inszenierung ist das auch kein Wunder.

Vivian, Diane, Carol und Sharon gehen schon ihr halbes Leben gemeinsam durch dick und dünn, ihr monatlicher „Book Club“ ist für alle ein Pflichttermin und bei jeder Menge Wein sind Männer da meist kein Thema. Doch dann präsentiert Vivian ihren Freundinnen als neue Buchclub-Lektüre den Bestseller „Fifty Shades of Grey“. Prompt stellen die erotischen Fantasien das Leben der Damen auf den Kopf. Mehr oder weniger freiwillig finden sie sich in ebenso witzigen wie berührenden amourösen Verwicklungen verstrickt. Romantische Komödie.

Frauen-Film-Forum am 23.10., 17.00 Uhr

Die Anfängerin

Am Dienstag, dem 23.10., um 17.00 Uhr laden Annette Schlüter, Gemeindereferentin PG Gerolsteiner Land, Stefanie Peters, Gemeindereferentin PG Hillesheim und Anne Beckermann, Gemeindereferentin PG Obere Kyll, Frauen aller Konfessionen zum Frauen-Film-Forum ein.




Sehr behutsam, aber dennoch mit einer gehörigen Portion Humor erzählt Alexandra Sell von einer Frau, die sich über die Jahrzehnte immer mehr in sich selbst und ihrer Bitterkeit zurückgezogen hat. Mit schroffer Kaltschnäuzigkeit rumort Annemarie durch den Alltag, schleichend ist sie ihrer Mutter immer ähnlicher geworden. Dann aber steht sie zufällig eines Nachts vor der Eissporthalle im Berliner Osten, in der sie einst als Mädchen trainierte. Und da setzt sie sich in den Kopf, es noch einmal auf dem Eis zu probieren.

Mit Eigensinn, Frechheit und ein wenig Bestechung verschafft sich Annebärbel Zugang zur Freizeitgruppe des Eislaufvereins, in dem es auch eine Trainingsgruppe für den Leistungssport gibt. Mit ihrem bissigen Sarkasmus und ihrer spöttischen Feinseligkeit ist Annebärbel zunächst ein Fremdkörper in der bunten Truppe der Amateureiskünstler, dafür findet sie Zugang zu der jungen Jolina aus dem Leistungskader, die trotz vorangegangener Erfolge den Anschluss an ihre Gruppe zu verlieren droht. Auf dem Eis gibt Annebärbel anfangs eine sehr unglückliche Figur ab, aber anders als früher hat sie nun gelernt zu kämpfen und sich durchzubeißen. Jenseits des Eises aber beginnt in ihr etwas zu schmelzen.

Alexandra Sell zeichnet das Portrait einer Frau, die sich spät im Leben aus ihrem Selbstmitleid, aber vor allem aus der unbarmherzigen Anspruchshaltung ihrer Mutter befreit. Dabei lebt der Film von der schauspielerischen Präsenz Ulrike Krumbiegels, die ihrer Figur eine einsame Verletzlichkeit verleiht, die hinter spröder Boshaftigkeit verborgen liegt. Nicht minder überzeugend verkörpert Annekathrin Bürger die alles verschlingende Mutter, die ihre Tochter selbst im fortgeschrittenen Alter noch mit ihrer permanenten Kritik zu erdrücken droht. Dass dieses Aufeinanderprallen nicht ins Melodramatische abdriftet, dafür sorgen die kurzen, giftigen Dialoge, in denen manche hübsche Gehässigkeit ihr Ziel nicht verfehlt.

im Oktober

303

Jan ist davon überzeugt, dass der Mensch von Natur aus egoistisch ist. Deswegen ist er auch nicht weiter überrascht, als ihn in Berlin seine Mitfahrgelegenheit versetzt. Jule hingegen glaubt an Empathie ebenso wie an Kooperation und und bietet Jan einen Platz in ihrem "303“-Oldtimer-Wohnmobil an. Er will nach Spanien, um seinen leiblichen Vater kennenzulernen, sie zu ihrem Freund nach Portugal. Eigentlich soll es gemeinsam nur bis Köln gehen, doch mit jedem Kilometer eröffnet sich etwas mehr von der Welt des Anderen.
Zur Cannes-Premiere von „Die fetten Jahre sind vorbei“ trotzte Hans Weingartner einst dem Glamour und fuhr mit seinem klapprigen Campingbus am Roten Teppich vor. Ein altes Wohnmobil vom titelgebenden Typ 303 spielt nun die Hauptrolle in diesem Lovestory-Road-Movie. Mit dem alten Daimler will die junge Studentin Jule nach Portugal zu ihrem Freund fahren. Unterwegs nimmt sie den Tramper Jan auf. Die beiden philosophieren, streiten, flirten während der gesamten Reise. Wie gut Plappern auf der Leinwand klappen kann, hat Richard Linklater mit seiner „Before Sunrise“-Trilogie bestens bewiesen. Wie dort Julie Delpy und Ethan Hawke, überzeugen hier nun Mala Emde und Anton Spieker als quirlig sympathisches Duo der wahrhaftigen Art mit reichlich Wiedererkennungspotenzial. Beim Quatschen über Gott und die Welt und die letzten Fragen der Menschheit bleibt natürlich noch genügend Zeit zum Suchen und Finden der Liebe: Slow-Dating auf 2.500 Kilometer quer durch Europa. 14 Jahre nach Cannes gelingt Weingartner wieder ein kapitalismuskritischer Coup mit Kultfilm-Qualitäten. Einritt wegen Überlänge 8,--€