Anderswo.Allein in Afrika
Deutschland 2018

Regie:
Anselm Nathaniel Pahnke
mit:
Dokumentarfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Spieldauer:
103 min.
 

Anselm Nathanael Pahnke wollte mit zwei Freunden Südafrika auf dem Fahrrad erkunden, als diese ihm eröffneten, dass sie die Tour abbrechen müssen. Anselm stand vor der Entscheidung: Aufgeben oder allein weiterreisen? Er entschied sich, weiterzufahren. Und wie: Anselms Reise sollte über ein Jahr dauern, dabei durchfuhr er den afrikanischen Kontinent von Süd nach Nord. Über 400 Tage blieb Anselm währenddessen schonungslos seinen Prinzipien treu: Er nutzte weder Bus noch Bahn und verzichtete darauf, Trinkwasser zu kaufen. Seine Erlebnisse hielt er mit der Kamera fest. Aus den Aufnahmen ist die Reise-Doku „Anderswo. Allein in Afrika“ entstanden.
„Anderswo. Allein in Afrika“ zeigt einen jungen Mann, der sich auf das Abenteuer seines Lebens einließ ohne zu wissen, wohin ihn der Weg führt. Ein Drehbuch gab es nicht und Anselm begann den Tag niemals am gleichen Ort, an dem er endete. Dieses Undefinierte und jene fehlende Zielvorgabe machen einen großen Reiz des Films aus, da sie immer neue Überraschungen und Unerwartetes bereithalten. Nicht nur für den Protagonisten selbst sondern eben auch für den Zuschauer, der immer ganz nah an Anselm dran ist – und stellenweise sogar das Gefühl bekommt, direkt neben ihm zu fahren und die prächtigen Landschaften Afrikas zu durchqueren.
Dass Anselm seine Kamera (gerade auch beim Fahren) so oft mitlaufen ließ, sie auf Eselkarren, Bäume oder die umliegenden Gegenstände stellte, sorgt für eine immense Unmittelbarkeit und Authentizität. Denn so erhält der Betrachter einen gänzlich unverstellten Einblick in Ablauf und Ereignisse der Reise – mit allen Gefahren, Strapazen und tragischen Momenten. Etwa wenn Anselm die enorme Hitze in Malawi zu schaffen macht, eine Speiche seines Fahrrads reißt oder er aufgrund schwerer Infektionskrankheiten (Malaria, Typhus) immer wieder kurz davor steht, die Tour abzubrechen.

Doch „Anderswo. Allein in Afrika“ bringt einem nicht nur die verschiedenen Ethnien, Kulturen und Bewohner näher. Im Zentrum steht genauso die vielfältige Tier- und Naturwelt des Kontinents. Wie einmalig und wunderschön dieser ist, wird zum Beispiel in Tansania deutlich. Die Landstriche sind unberührt und erhaben, direkt vor Anselm durchstreifen Giraffen, Zebras und Gnus die Steppe. Ein Nilpferd (sie gelten in Afrika als die gefährlichste Tierart) läuft nur wenige Meter von ihm entfernt mit geöffnetem Maul durchs Gras. Weitere Höhepunkte sind die Szenen, die Anselm auf dem Malawisee (dem neuntgrößten See der Erde) und bei den Gräbern im „Tal der Könige“ in Ägypten zeigen.
Björn Schneider (Programmkino.de)
Am Montag, 20.05., um 19.00 Uhr, wird Anselm Pahnke persönlich seinen Film vorstellen.