#Female Pleasure
Schweiz/Deutschland 2018

#Female Pleasure
Regie:
Barbara Miller
mit:
Dokumentarfilm
FSK:
12
Spieldauer:
101 min.
 
Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav setzen sich für die sexuelle Selbstbestimmung aller Frauen ein, entgegen allen gesellschaftlichen und religiösen Tabus und Schranken. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden öffentlich diffamiert, aus ihrem ehemaligen Umfeld verstoßen, verfolgt und von Religionsführern und fanatischen Gläubigen sogar mit dem Tod bedroht.
„Mein Großvater sah mich nur als Gebärmaschine“, klagt die Jüdin aus New York. „Ich begann mich dafür zu hassen, ein Mädchen zu sein“, sagt die Inderin. „Man verlernt wirklich, selber zu denken“, weiß die deutsche Klosterschülerin. „In Japan sollen Frauen nicht auffallen. Immer lächeln und sich nie beschweren“, berichtet eine vierte Protagonistin und eine Afrikanerin berichtet von 200 Millionen Verstümmelungen durch Beschneidungen weltweit. Die #meToo-Debatte trat eine breite Diskussion über Sexismus und Machtmissbrauch los. Jenseits von Hollywood fällt die globale Unterdrückung von Frauen durch Religionen freilich gravierender aus. Davon erzählen stellvertretend fünf Frauen aus fünf Glaubensrichtungen. Bei der strukturellen Zweiklassen-Gesellschaft von Mann und Frau sind sich die Fundamentalisten des Islam, des Judentums oder der katholischen Kirche erschreckend ähnlich. Die Geschichten der fünf Protagonistinnen klingen erschütternd - und ermutigend zugleich: Denn diese Heldinnen wollen sich ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht kampflos nehmen lassen. Eine der ganz wichtigen Dokumentationen in diesem Kinojahr, die auf großes Zuschauerinteresse stoßen dürfte - wie beim Festival von Locarno bereits zu erleben war.