Die Anfängerin/Frauen-Film-Forum
Deutschland 2017

Die Anfängerin/Frauen-Film-Forum
Regie:
Alexandra Sell
mit:
Ulrike Krumbiegel, Annekathrin Bürger, Christine Stüber-Errath, Rainer Bock
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Spieldauer:
99 min.
 
Am Dienstag, dem 23.10., um 17.00 Uhr laden Annette Schlüter, Gemeindereferentin PG Gerolsteiner Land, Stefanie Peters, Gemeindereferentin PG Hillesheim und Anne Beckermann, Gemeindereferentin PG Obere Kyll, Frauen aller Konfessionen zum Frauen-Film-Forum ein.




Sehr behutsam, aber dennoch mit einer gehörigen Portion Humor erzählt Alexandra Sell von einer Frau, die sich über die Jahrzehnte immer mehr in sich selbst und ihrer Bitterkeit zurückgezogen hat. Mit schroffer Kaltschnäuzigkeit rumort Annemarie durch den Alltag, schleichend ist sie ihrer Mutter immer ähnlicher geworden. Dann aber steht sie zufällig eines Nachts vor der Eissporthalle im Berliner Osten, in der sie einst als Mädchen trainierte. Und da setzt sie sich in den Kopf, es noch einmal auf dem Eis zu probieren.

Mit Eigensinn, Frechheit und ein wenig Bestechung verschafft sich Annebärbel Zugang zur Freizeitgruppe des Eislaufvereins, in dem es auch eine Trainingsgruppe für den Leistungssport gibt. Mit ihrem bissigen Sarkasmus und ihrer spöttischen Feinseligkeit ist Annebärbel zunächst ein Fremdkörper in der bunten Truppe der Amateureiskünstler, dafür findet sie Zugang zu der jungen Jolina aus dem Leistungskader, die trotz vorangegangener Erfolge den Anschluss an ihre Gruppe zu verlieren droht. Auf dem Eis gibt Annebärbel anfangs eine sehr unglückliche Figur ab, aber anders als früher hat sie nun gelernt zu kämpfen und sich durchzubeißen. Jenseits des Eises aber beginnt in ihr etwas zu schmelzen.

Alexandra Sell zeichnet das Portrait einer Frau, die sich spät im Leben aus ihrem Selbstmitleid, aber vor allem aus der unbarmherzigen Anspruchshaltung ihrer Mutter befreit. Dabei lebt der Film von der schauspielerischen Präsenz Ulrike Krumbiegels, die ihrer Figur eine einsame Verletzlichkeit verleiht, die hinter spröder Boshaftigkeit verborgen liegt. Nicht minder überzeugend verkörpert Annekathrin Bürger die alles verschlingende Mutter, die ihre Tochter selbst im fortgeschrittenen Alter noch mit ihrer permanenten Kritik zu erdrücken droht. Dass dieses Aufeinanderprallen nicht ins Melodramatische abdriftet, dafür sorgen die kurzen, giftigen Dialoge, in denen manche hübsche Gehässigkeit ihr Ziel nicht verfehlt.