Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes
Deutschland 2018

Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes
Regie:
Wim Wenders
mit:
Dokumentarfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Spieldauer:
96 min.
 
In Zeiten, in denen das Misstrauen gegenüber Leitbildern groß ist, begleitet der Film den Zuschauer auf einer persönlichen Reise mit dem Papst. Franziskus schildert seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für den Frieden. Für Regisseur Wenders hat der Vatikan seine Archive geöffnet und die Verwendung von exklusivem Bildmaterial erlaubt.
Als cineastischer Biograf bekam Wim Wenders bereits drei Oscar-Nominierungen. Nach den Musikern vom „Buena Vista Social Club“, Tanz-Ikone „Pina“ Bausch sowie dem Fotografen Sebastião Salgado in „Salz der Erde“ folgt nun ein Porträt über Papst Franziskus. Präsentiert werden dessen politisch durchaus radikale Ansichten in Sachen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit oder Konsumgesellschaft. Rigoros beklagt der Pontifex zudem die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in seiner Kirche. Er fordert die Stärkung von Frauen und die Akzeptanz von Schwulen. Neben den Bildern der Papst-Reisen rund um die Welt überrascht Wenders vor allem mit einzigartig intimen Innenansichten: Mehrfach erhielt er Interview-Audienz im Vatikan. Wie in „Salz der Erde“ postiert er die Kamera dabei so raffiniert, dass der Befragte wie Auge in Auge mit dem Zuschauer wirkt. In Zeiten von zunehmendem Zynismus dürfte dieses Biopic über einen ebenso bescheidenen wie charismatischen Sinnstifter einen Nerv beim Publikum treffen. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Wenders für diesen dokumentarischen Meilenstein nicht endlich die verdiente Oscar-Absolution erhielte!
Prädikat: besonders wertvoll