Transit
Deutschland/Frankreich 2018

Transit
Regie:
Christian Petzold
mit:
Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer, Matthias Brandt
FSK:
12
Spieldauer:
101 min.
 
Eine große, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist: Als 1940 deutsche Truppen vor Paris stehen, entkommt der Flüchtling Georg im letzten Moment nach Marseille. Dort darf jedoch nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. In der Stadt begegnet Georg der geheimnisvollen Marie. Der Film vermischt die Zeitebene dieser Handlung mit einer zweiten, die sich an der Gegenwart orientiert. Frei nach dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen Roman von Anna Seghers.
In einer werkgetreuen Adaption von Anna Seghers berühmtem Roman "Transit" von 1941 erzählt Christan Petzold von Deutschen auf der Flucht vor Nazis. Sein filmischer Trick, die Handlung kurzerhand im heutigen Marseille anzusiedeln, macht sie zur zeitlosen Parabel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Georg will vor den deutschen Truppen aus Paris ins Vichy-regierte Marseille fliehen und Europa verlassen. Als er einen Brief des Schriftstellers Weidel mitnehmen soll, hat dieser schon Selbstmord begangen. Georg nimmt die Papiere des Toten an sich, darunter ein Transitvisum nach Mexico und schlägt ich, wie viele andere, nach Marseille durch. Hier gibt er sich als Weidel aus und lernt zufällig dessen ehemalige Frau Marie kennen. Georg verliebt sich in sie, erzählt aber nichts von Weidels Schicksal,denn Marie fühlt sich ihm immer noch verpflichtet und hat auch deswegen nicht schon längst mit ihrem neuen Geliebten Frankreich verlassen. Der Tag der Abreise von Georg rückt näher...
Eine raffinierte Verfilmung des Seghers-Stoffes, die Vergangenheit, Aktualität, Realität, Traum, Lebende, Tote, Dialoge, Voice over, konkrete Handlung, Identitäten und Charaktere in der Schwebe der Unentschlossenheit hält. Nie kommen die Figuren an, sie sind, so das Lied des Abspanns, auf der "Road to Nowhere".