Happy End
Frankreich/Deutschland/Österreich 2017

Happy End
Regie:
Michael Haneke
mit:
Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignant, Mathieu Kassovitz, Fantine Harduin, Toby Jones, Laura Verlinden, Franz Rogowski
FSK:
12
Spieldauer:
108 min.
 
Es ist nicht gerade schmeichelhaft, was Michael Haneke in „Happy End“ über den Menschen erzählt. Liebe und Mitgefühl findet man in der wohlhabenden Familie aus Calais, die im Mitelpunkt seines Films steht, zumindest nicht. Jeder scheint für sich allein zu leben und verfolgt nur eigene Interessen. Die soziale Kälte bleibt nicht ohne Folgen; sie belastet die 13-jährige Teenagerin ebenso wie den 85-jährigen Großvater.

Michael Haneke hat sich durch seine Filme vor allem einen Namen als nüchterner und präziser Beobachter gemacht. Seine Geschichten folgen keinem standardisierten dramaturgischen Muster, seine Bilder nicht üblichen Klischees.

„Happy End“ wirft mehr Fragen auf, als Antworten zu bieten. Er zeigt Momentaufnahmen zwischenmenschlicher Beziehungen und öffnet seinen Blick dabei immer wieder auch für die Welt um die Familie im Zentrum des Films herum. Dabei streift „Happy End“ eine Vielzahl an Themen, von innerfamiliären Konflikten bis zur Flüchtlingskrise, von Schuld und fehlendem Verantwortungsbewusstsein bis hin zu Suizid und Mord. Ein biterer Humor zieht sich durch Hanekes Film; aber auch hier bleibt das Lachen im Halse stecken.